Der Film läuft unter dem Genre Thriller im Kino und genau das erwarte ich auch als ich mir „Die Stadt der Blinden“ im Kino ansehe. Er beginnt auch recht spannend mit einer mysteriösen Krankheit, die Menschen plötzlich erblinden lässt. Der Zuschauer fragt sich die üblichen Fragen: „Was ist das für eine Krankheit? Wie wird sie übertragen? Wodurch wird sie ausgelöst?“ Diese Fragen bleiben allerdings beim Zuschauer, denn im Verlauf des Films wird deutlich, dass es gar nicht um die Krankheit geht. Sie wird sowohl als Metapher benutzt als auch als Mittel die Protagonisten in eine menschenunwürdige Lage zu bringen. Da der Film das Leben der Gefangenen sehr realistisch darstellt, stört die Unlogik, wie mit der Krankheit umgegangen wird immens. Obwohl in der Gruppe, der Mensch ist bei dem die Krankheit begann, werden nie Tests und Untersuchungen durchgeführt. Einer der Hauptprotagonisten ist Augenarzt und nicht mal er stellt die richtigen Fragen. Die betroffenen Menschen werden einfach weggesperrt und sich selbst überlassen. Sie bekommen essen, aber keine Medikamente, was ebenfalls unlogisch ist. So wie mit ihnen umgegangen wird, könnte man meinen, dass als nächste Konsequenz der erste Erschießungsbefehl gegeben wird. Stattdessen wird der Zuschauer mit der Unmenschlichkeit und dem Wegfallen sämtlicher Moral konfrontiert, der in diesem Film bis zur Schmerzgrenze schonungslos gezeigt wird.
Das Grundthema ist alt und wurde schon viele Male umgesetzt. Man nehme die Menschen aus ihrem sozialen Gefüge und sieht zu, wie sie sich das Leben zur Hölle machen. Währenddessen erhebt man den moralischen Zeigefinger und lässt es die Protagonisten richtig machen.
Als gut umgesetztes Beispiel kann ich da „the Cube“ nennen. Der Film ist abstrakt gehalten, hat keine Logikfehler und zeigt ein menschliches Sozialgefüge in einer Extremsituation.
Die Stadt der Blinden wäre mit Sicherheit ein guter Film, was nicht nur Julianne Moores schauspielerischen Fähigkeiten zuzuschreiben ist, aber er scheitert an den massiven logischen Fehlern und dem schwer nachvollziehbaren Verhalten in der Situation der Gefangenschaft.
Fazit: Nichts für schwache Nerven und nichts für Menschen die bei Filmen nachdenken.
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